Bei der Arbeit an der Longe verzichte ich bewusst auf den Gebrauch von Hilfszügeln. Sie sind zum Einen nicht nötig und zum Anderen nehme ich mir als Ziel dem Pferd zu vermitteln, dass es sich selbst tragen soll und selbst eine gesunde Haltung einnehmen soll ohne durch Hilfszügel eine bestimmte Position vorgegeben zu bekommen die es mitunter noch gar nicht reell halten kann.

 

Des Weiteren verzichte ich darauf die Longe im Gebiss einzuschnallen. Eine feine Verbindung zum Pferdemaul ist selbst vom Sattel aus, wo der Reiter sehr viel näher dran ist, nicht immer leicht zu (er)halten, umso schwieriger bis gar schier unmöglich wird diese feine Verbindung aus 8m Distanz.

Deswegen ist es sinnvoll und empfehlenswert das Pferd mit einem gut sitzenden Kappzaum zu longieren, ob das nun ein schwerer, gut gepolsterter deutscher Kappzaum oder ein leichter französischer Caveçon ist ist stark abhängig vom jeweiligen Pferd und natürlich auch vom Longenführer. Während ein Caveçon schärfer und somit aber auch präziser wirken kann, verzeiht ein deutscher Kappzaum sehr viel mehr. Davon abgesehen trägt er alleine schon durch sein Gewicht dazu bei, dass das Pferd schneller dazu veranlasst wird den Kopf zu senken. Beide Zäume haben also ihre individuellen Vor- und Nachteile, alles in allem überwiegen bei der Longenarbeit aber auf jeden Fall die Vorteile gegenüber dem Longieren mit Trense/Gebiss.

 

Darüber hinaus steht man dann anschließend vor der Wahl ob man sein Pferd nun an der einfachen Longe oder an der Doppellonge arbeiten möchte. Die Doppellonge bietet eine bessere Begrenzung und direktere Einwirkungsmöglichkeiten, nichtsdestotrotz bietet aber auch die einfache Longe gute Möglichkeiten ein Pferd gezielt zu gymnastizieren.

4-jähriger Wallach an der einfachen Longe mit Caveçon. Zum Vergrößern anklicken. © Romy Wirtz
4-jähriger Wallach an der einfachen Longe mit Caveçon. Zum Vergrößern anklicken. © Romy Wirtz